O-Tour Bike Marathon, Alpnach

Irgendwie haben mich Nino Schurter, Lukas und Mathias Flückiger mit ihrem Dreifachsieg an den Cross-Country-Weltmeisterschaften in Saalfelden/AUT inspiriert mein Bike nicht im Keller verstauben zu lassen und so habe ich mich gestern, natürlich nach eingehenden Abklärungen im Familienkreis, entschlossen, zum ersten Mal an der O-Tour in Alpnach teilzunehmen. Die Halbmarathonstrecke über 45 km und 1800 hm musste reichen.

So nahm ich heute morgen früh den rund einstündigen Weg von mir zu Hause nach Alpnach am Sarnersee unter die Räder (des Autos, in dem sich mein Bike befand!!). Nachdem ich mir auf dem Flugplatz Alpnach einen Parkplatz ergattern konnte, begab ich mich per Bike zum Schulhaus, wo ich mich anmelden musste.

Irgendwie war es ein bisschen ein komisches Gefühl, so gar nicht vorbereitet an einem Rennen teilzunehmen, aber ich war ja in den Wochen nach dem Eigerbike nicht ganz untätig und habe den einen oder andern Kilometer sowie Höhenmeter auf das "Konto" schreiben lassen können, die letzten 103 km/1370 hm davon am Donnerstag mit einer Rennvelo-Tour über beide Hauensteine, das Sixfeld und am Schluss noch über die Wintersingerhöhe.

Wenn ich mir so das Streckenprofil der O-Tour anschaute, stach insbesondere der rund 15 km lange und mit 1100 hm gespickte Startanstieg ins Auge. Irgendwie erinnerten mich diese Zahlen an ein unlängst im Berner Oberland gefahrenes Rennen. Die restlichen 700 hm sollten dann im Laufe der noch verbleibenden 30 km gesammelt werden. Der Unterschied zum Eiger Bike bestand darin, dass man an der O-Tour die ersten 1000 hm bereits nach 10 km und nicht "erst" nach 12 km wie in Grindelwald in den Beinen hatte.... Bei besten Wetterbedingungen mit angenehmen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein nahm ich also diese 45 km unter die Räder meines Bikes. Bis zur Lütholdsmatt/Schybach führte die Strecke über eine asphaltierte Strasse, was die Steigung aber um keinen Milimeter flacher machte. Obwohl ich das Rennvelo-Training vom Donnerstag noch in den Beinen spürte, fühlte ich mich gut und konnte mein Tempo bis zum verblockten Aufstieg zur Richmettlen fahren. Diese kurze Steigung brachte ich, wie zig andere Biker auch, schiebend hinter mich. Der nun folgende sogenannte Polenweg (weiss der Teufel wieso der so heisst) war dann alles andere als angenehm zu fahren. Mich erinnerte es ein bisschen an die Rock-Gardens der Weltcuprennen, einfach mit kleineren "Rocks", aber für mich war das definitiv zu viel Gestein, welches zudem noch nass und rutschig war. Nichts desto trotz erreichte ich den Talübergang am Horweli, bevor es dann wieder über dichte Wurzeln und Steine und anschliessend der flowige Anstieg zum Langis folgte. Hier konnte ich dann wieder ein bisschen Tempo machen (natürlich immer für meine bescheidenen Verhältnisse als Hobbybiker, der anstelle der Alters- die Gewichtskategorien einführen würde...). Der sehr technische und teilweise nicht ganz zu unterschätzende Singletrail runter in Richtung Alpnach hatte es wirklich in sich und man musste nochmals alle Sinne zusammenraufen, um nicht nicht doch noch einen Abflug in die Pampa zu riskieren. Nach 3:53 Std. war ich dann endlich wieder zurück in Alpnach und froh, es geschafft zu haben. Insgesamt ist die O-Tour ein schöner und panoramareicher Bike-Marathon, der Polenweg und die teilweise wirklich verblockten Singletrails waren mir persönlich aber etwas zuviel des Guten. Ich bin nicht der Supertechniker, aber beherrsche mein Bike doch recht gut. Ich möchte nicht daran denken, wie sich blutige Anfänger über den Polenweg und die Singletrails gekämpft haben... Mein Fazit: Es gibt schönere, angenehmer zu fahrende Bike-Marathons in der Schweiz!

So, dies war mein letztes Rennen in diesem Jahr, abgesehen vom Basler Stadtlauf, und ich freue mich bereits jetzt auf das Jahr 2013.

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