Eiger Bike Challenge, Grindelwald

Start des Thömus-Startblocks
Start des Thömus-Startblocks

Es hat nicht sollen sein!! Gut vorbereitet bin ich am Samstag gegen Abend nach Wilderswil gefahren, wo ich übernachten wollte. Nachdem ich im Hotel eingecheckt hatte, begab ich mich nach Grindelwald, um beim Thömus-Stand meine Startnummer und die Rennunterlagen abzuholen. Erfreulicherweise befand sich bei den Rennunterlagen ein Gutschein für 1 Portion Pasta, welchen ich natürlich sofort einlöste. Pasta, der Kohlenhydratlieferant schlechthin... Nach dem Essen begab ich mich wieder nach Wilderswil und legte mich schlafen, da ich bereits kurz nach 05:00 Uhr am Morgen aufstehen musste.

Am Morgen machte ich mich in aller Herrgottsfrühe auf nach Grindelwald, frühstückte (auch dafür hatte ich einen Gutschein) und bereitete mich anschliessend auf den Start vor. Dies beinhaltete insbesondere ein ca. halbstündiges Warmfahren. Ich war eigentlich überzeugt, dass es mir gelingen würde, die 5-Stunden-Marke zu knacken. 

Um 08:15 Uhr erfolgte dann der Start des Thömus-Fahrer-Start-Blocks, bei zwar frischen, aber dennoch für mich angenehmen 15°C. Im knapp 1 1/2stündigen Aufstieg zur Grossen Scheidegg (12 km/1000 hm) fühlte ich mich gut, war aber dennoch froh, dass ich noch auf die 36/22-Übersetzun gesetzt hatte. Die Traverse und der leichte Aufstieg zum höchsten Punkt des Rennens, der First, lief es mir auch sehr gut.

Kurz vor der First
Kurz vor der First

Ich war mir auch auf dem Weg zur Bussalp sicher, heute mein Ziel zu erreichen, beim Aufstieg zum Bort (2.5 km/300 hm) war ich sogar überzeugt, dass es klappt. Ich wurde jedoch nach ca. 3/4 des Aufstiegs jäh aus diesem Traum gerissen, als ich plötzlich in beiden Oberschenkeln leichte Krämpfe verspürte, die schnell stärker wurden und ein Weiterfahren verunmöglichten. Ich versuchte es zu Fuss, was aber noch weniger funktionierte. So war ich gezwungen, mich hinzusetzen, Flüssigkeit zu mir zu nehmen und abzuwarten bis die Krämpfe nachliessen. Hier war nun der Zeitpunkt gekommen, an dem ich mir lange Minuten überlegte, was ich hier eigentlich machte und es doch nun eigentlich DIE Gelegenheit wäre, mir beim nächsten Streckenposten den Transponder von der Startnummer entfernen zu lassen und gemütlich nach Grindelwald runter zu fahren; sprich ich spielte mit dem Gedanken, das Rennen aufzugeben. Sch.... drauf, dass ich nur noch ca. 500 hm vor mir hatte und der grösste Teil der Strecke nun abwärts führt. Nur die aufmunternden Worte anderer Rennteilnehmer, dass ich es bald geschafft hätte und es doch anschliessend praktisch nur noch bergab ging, haben mich dazu bewogen, das Rennen zu Ende zu fahren. Danke an alle Aufmunterer...

Endlich im Ziel
Endlich im Ziel

Ich passierte Bort in der Folge erst nach 4:12 Std., was soviel hiess, dass ich mein Ziel nicht erreichen würde; ausser mir würden im letzten Teilstück Flügel wachsen, was sich aber im weiteren Verlauf des Rennens nicht ganz bestätigte; im Gegenteil, im nächsten kurzen Anstieg kamen die Krämpfe nochmals zurück und ich musste abermals pausieren.... Von nun an ging es praktisch nur noch runter und offenbar konnten sich meine Beinmuskeln erholen, denn ich konnte auf dem Teilstück in Richtung Hotel Wetterhorn und runter in die Talsohle nochmals etwas forcieren, bevor ich dann im Aufstieg von Grund zum Ziel sogar noch zwei Mitstreiter übersprinten und nach 5:26:44,2 Std. die Ziellinie überqueren konnte. Ich war sogar noch 10 Minuten langsamer als 2011, aber dennoch stolz auf mich, das Rennen beendet zu haben, nachdem ich auf Bort kurz davor war, zu kapitulieren. Nun, nächstes Jahr muss ich ja auch wieder ein Ziel habn und die 5 Stunden sind es immer noch :-)

Dass dann Nino Schurter im Sprint die Goldmedaille an den olympischen Spielen in London an Jaroslav Kulhavy verlor, war irgendwie bezeichnend für diesen etwas enttäuschenden Tag...(das ist aber auch das Einzige, was mich nur annähernd mit Nino vergleichen lässt :-)

Strecke Eiger Bike Challenge 55 km
Strecke Eiger Bike Challenge 55 km
Höhenprofil Eiger Bike Challenge 55 km
Höhenprofil Eiger Bike Challenge 55 km

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